„Junge, Junge, Junge, mach doch mal deine Augen auf, benutze deinen Geruchssinn. Hier! Hallo!“ Da erkannte ich ihn, das heißt, mein Unterbewusstsein erkannte ihn, ich spürte, wie sich meine Nackenhaare aufstellten und meine Oberlippe nach oben zog, um blendendweiße Zähne freizulegen. Vor mir stand ein Fuchs. „Hör auf mit dem Theater und beruhige dich.“ Ich beobachtete ihn misstrauisch an, während er sich mir gelassen näherte. Ich war bereit, beim ersten Zeichen eines Angriffs auf ihn zuzuspringen, um ihn zu zerfleischen. „Vergiss es. Du bist halbwüchsig, unerfahren, um einiges dümmer als ich und außerdem viel zu langsam.“ Er kam immer näher. Ich bin zugegebenermaßen kein besonders großes Exemplar meiner Art, aber selbst als Junghund überragte ich den Roten, der vor mir stand, um Längen. Ich hatte vorher nie einen Fuchs gesehen, wusste aber jetzt, da er mir so nahe war, dass ich schon oft einen gerochen hatte. Er roch unangenehm, nein, er stank! Er strich um mich herum. Es schien ihm völlig gleichgültig zu sein, dass ich größer war, er verhielt sich, als ob er mindestens ein Bernhardiner wäre.
„Wer bist du?“, fragte ich.
„Ein Lebenszeichen. Es lebt.“ Er roch nicht nur unerträglich, er verhielt sich auch so.
„Wer ich bin? Tut nichts zur Sache. Die richtige Frage wäre eine andere gewesen.“
„Äh, wo kommst du her?“
„Quatsch! Ist doch völlig egal, wo ich her komme“
„Wie heißt du?“
„Geht dich nichts an! Wie wäre es mit ‚Was willst du?’ oder so?“
Ich starrte ihn an.
„Na?“
„Was willst du?“
„Aha!“
Er war ein Kotzbrocken.
„ ?“
„Was denkst du denn?“
„ ?“
Ich war genervt. Heute, im fortgeschrittenen Alter, lasse ich solche Typen einfach stehen. Ich drehe mich um und gehe, gemütlich auf der Erde herumschnüffelnd, meine Verachtung zeigend. Aber: ich war jung. Und er spielte seine Überlegenheit aus. Es machte ihm Spaß, mit mir herumzuspielen wie mit einer Maus. Nein, ich hatte mir meine Meinung über Füchse gebildet. Ich mochte sie nicht!
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