„Ja, also, was ist denn deine Aufgabe?“
Der Fuchs schaute mich an, als ob er gerade aufgewacht wäre.
Nach einer Weile sagte er: „Bendor schickt mich. Na, schon mal gehört?
Sie kennen das, lieber Leser. Man hört oder sieht etwas, das einem irgendwie bekannt vorkommt. Man nimmt es wie durch einen Nebel wahr oder so, als ob man Wattebäusche in den Ohren hat. Nun, so ging es mir in diesem Moment. Und das in Anwesenheit dieses Kotzbrockens. Ich glotzte ihn an.
„Um ehrlich zu sein: Du bist nicht nur blöd, du bist richtig blöd. Soll man einer draus schlau werden, was die für einen Narren an dir gefressen haben. Sie finden jemanden, geben ihm seine Einführung, er kommt wieder. So geht das Spiel. Kommt er nicht wieder: Pech gehabt. Vergiss ihn. Er war’s nicht wert. Und bei dir? So ein Theater! Zorban hin oder her. Wann kommt er denn endlich? Jetzt wird’s aber Zeit, dass er sich mal wieder blicken lässt.“
Der Name „Zorban“ legte einige Erinnerungsfetzen in meinem Gehirn bloß. Der Fuchs schien das an meinem Gesichtsausdruck zu erkennen.
„Zorban?“
„Ja.“
„Du erinnerst dich?“
„Ein bisschen.“
„Godoan? Speranza? Na, klingelt’s?
Langsam kamen die Erinnerungen wieder. Die Gefangennahme durch die Spinne, das Gespräch mit Bendor in dessen Wohnhöhle, der Marder Godoan mit der angenehmen Stimme.
„Du sollst dich melden. Schleunigst. Am besten gleich beim nächsten Mal einschlafen. Weißt du noch, wie das geht?“
Die Erinnerungen wurden immer deutlicher. Ich nickte.
Mein Zweibeiner stand immer noch an derselben Stelle, an der ich ihn verlassen hatte. Das Schreien hatte er zwischenzeitlich aufgegeben. Ich tat so, als ob ich Gewissensbisse hatte. Er zog ein bisschen an meinem Nackenfell und schüttelte mich, dazu redete er etwas lauter als üblich. Im Grunde war er jedoch, wie ich riechen konnte, überaus erleichtert. Mir war das eigentlich egal, ich war zu sehr mit meinen Erinnerungen beschäftigt. Ich konnte es kaum erwarten, nach Hause zu kommen.