Donnerstag, 25. Februar 2010

Godoan

Direkt vor uns bildete sich eine Gasse, durch die ein Marder, der die Größe eines Wolfes hatte, sich in der für seine Art typischen Weise auf uns zu bewegte. Mit nach unten gesenktem Kopf ging er witternd an der Hündin, in deren Schutz ich mich bisher so sicher gefühlt hatte, vorbei und geradewegs auf mich zu. Der riesige Marder beugte sich über mich und roch an meinem Körper. Er kam mir ganz nahe und sah mir ins Gesicht, wobei er sein Maul immer leicht geöffnet hielt. Ich konnte seine dolchartigen Reißzähne, seine braune Nase mit den schwarzen Schnurrbarthaaren, die braunschwarzen Knopfaugen und die runden Ohren erkennen. Ich nahm die scharfe Ausdünstung wahr, die von ihm ausging. Endlich schien er genug von mir zu haben und wandte sich an meine Begleiterin. „Was soll das, Zabaia? Was bringst du uns da mit?“, schnurrte er mit einer samtig weichen tiefen Stimme. Alle Angst, die ich bisher hatte, verschwand, sobald ich diese Stimme, von der so viel Ruhe und Überlegenheit ausging, vernahm. „Er ist es, Godoan! Das ist Zorban.“, entgegnete die Hündin. „Zorban?“ Godoan machte eine lange Pause und betrachtete mich. „ Bist du Zorban?“ Er schien auf eine Antwort zu warten. Ich jedoch sah mich nicht in der Lage zu reden und konnte daher nur meine Augenbrauen fragend in die Höhe ziehen. Der Riesenmarder wartete wieder ab. Schließlich meinte er: „Nun, wir werden sehen.“ Mit einem Schlag löste sich die Anspannung in der Menge. Godoan entfernte sich. Die meisten Geschöpfe nahmen die Arbeit, mit der sie vorher beschäftigt waren, wieder auf, einige jedoch kamen auf uns zu. Zabaia schüttelte sich und setzte sich neben mich.