Samstag, 20. Februar 2010

Anmerkungen des Ghostwriters

Anmerkungen des Ghostwriters:
Lieber Leser, ich nutze gerade die Möglichkeit, dass Zorban sich zu einem Nickerchen hingelegt hat, um Ihnen einige grundlegende Dinge zu erläutern:
1. Ich versichere Ihnen, ich würde das nicht tun, wenn ich nicht müsste! Akuter Geldmangel, Hunger und eine vielköpfige Familie zwingen mich zu dieser erniedrigenden Arbeit.
2. Ich mag diesen Hund nicht! Er ist arrogant, leidet an maßloser Selbstüberschätzung und jeder Tag, den ich mit ihm verbringen muss - und das sind zur Zeit viele - ist eine endlose Quälerei!

Doch nun komme ich schnell zur Klärung einiger Fragen, bevor Zorban aufwacht und mich quält, Zeile um Zeile in den Computer zu hacken, nur um sie dann wieder zu löschen und in einer völlig neuen Version wieder einzugeben.
Warum braucht Zorban einen Ghostwriter?
Zorban behauptet schreiben und lesen zu können, warum und wie, das darf ich Ihnen an dieser Stelle noch nicht verraten. Wüste Anschuldigungen und wahrscheinlich auch rechtliche Konsequenzen wären wahrscheinlich die Folge. Aber: Er kennt sich mit den sogenannten neuen Medien nicht aus. Die meisten Leute, die das von sich behaupten, geben auf Nachfrage zu, den PC gerade mal einschalten zu können, Dinge auf eBay suchen zu können und dergleichen mehr. Doch Zorban kann nicht einmal das. Er findet nicht den Knopf zum Einschalten und - nur deswegen kann ich das jetzt schreiben - seine Augen können mit diesem "zweidimensionalen Geflimmere", wie er es nennt, nichts anfangen. (Ich habe da so meine Zweifel...). Er empfindet darüber hinaus eine große Abscheu vor allem, was eine Steckdose braucht, um zu funktionieren.
Warum dann ein Blog?
Zorban ist der Meinung, dass seine Geschichte schnell unter die Leute muss und da ist das Internet nun mal die am besten geeignete Methode.
Um was geht es in dieser Geschichte?
Zorban behauptet, die Welt gerettet zu haben. Wenn Sie mich fragen: Völlig unglaubwürdig! Fantastereien eines überdrehten Hundes! Wobei natürlich einige Indizien durchaus dafür sprechen, dass an der Geschichte etwas dran ist. Aber dazu später, ich muss schnell machen, das Tier wacht auf!
Er träumt sich offensichtlich in eine Welt, in der merkwürdige Dinge vor sich gehen und er eine bedeutende Rolle spielt. Beweise dafür gibts keine. So, jetzt endgültig, er streckt sich schon, ich muss aufhören, verspreche Ihnen aber, mich an geeigneter Stelle wieder zu Wort zu melden.

Andernfalls werde ich dich selbstverständlich töten und mich an deinen Eingeweiden laben.“ (Natürlich würde das keiner von uns je tun, das verhindert unser Ehrenkodex, ihre uns erforschenden Artgenossen nennen das „Beißhemmung“ – völliger Quatsch). So, jetzt ist es langsam so weit. Man wartet, ob der Andere es zum Äußersten kommen lassen wird. Ist man ungefähr gleich groß und gleich stark, kann es noch eine ganze Zeit lang so weiter gehen. Meist werden die Beleidigungen langsam abgeschwächt („für einen Zwergdackel hältst du dich ganz gut“), das Fell legt sich, man beruhigt sich, wird vielleicht sogar gut Freund („nerven dich deine ‚Herrchen’ auch so“, riechst du das Kaninchen, dürfte vor zwei Stunden und elf Minuten hier vorbeigelaufen sein“) und geht seiner Wege. Ist man noch jung, spielt man vielleicht noch zwei, drei Spielchen und freut sich aufs nächste Mal. In einigen Fällen jedoch gehen die Drohungen weiter und dann kommt es: „Du, äh, du, also du MENSCH!“ Sehr sicher kommt es dann zu tätlichen Auseinandersetzungen, man tut sich etwas weh, irgendwann ergibt sich der Andere, bleibt etwas auf dem Rücken liegen und zeigt mir seine Kehle, dabei sagt er, dass alles gut sei, er es wirklich nicht so gemeint habe, leckt ein bisschen mit der Zunge über seine Lippen, winselt vielleicht und wenn ich dann überzeugt bin, dass er es ernst meint, gehe ich weiter. Nicht, dass mir das Spaß macht, schätzen Sie mich bitte nicht so ein. Doch was geklärt werden muss ... und so weiter. Ah, natürlich, ich bitte Sie, das nicht falsch zu verstehen. „Mensch“, dieses Schimpfwort hat sich erst mit der Zeit herausgebildet. Unsere wild lebenden Vorfahren hatten das nicht nötig. Ob Mensch, Hyäne oder Geier, da gab es wenig Unterschiede. Sie waren halt da, zu wenig nütze, manchmal hat man sich über sie geärgert, weil sie Futter früher entdeckt haben, größere Gebisse oder Speere hatten. Den einen konnte man leichter vertreiben, den anderen eben etwas schwerer, beim nächsten musste man abwarten, bis er satt war. Kurz, man hatte keine besondere Beziehung zu diesen sich merkwürdig auf den Hinterläufen fortbewegenden Wesen. Ja aber, höre ich Sie dazwischenrufen, warum denn dann der Begriff „Mensch“ als Schimpfwort? Ich muss zugeben, ich weiß es nicht! Oft schon habe ich mir den Kopf zerbrochen. Aber ich kann Ihnen diese Frage nicht beantworten. Ich kann Ihnen jedoch die Gegenfrage stellen: Warum sagen Sie beispielsweise „Du blöder Hund“? Bitte, erklären Sie es mir! Sehen Sie, es fällt Ihnen schwer. Bemühen Sie sich nicht, ich kenne jede Antwort. Keine ist schlüssig, keine ergibt wirklich einen Sinn!