„Zorban, aufwachen.“ Ich gähnte und streckte mich.
„Lange nicht gesehen.“
„Entschuldigung.“
„Der Fuchs hat dich gefunden?“
„Mhm.“ Ich verzog das Gesicht.
„Unangenehmer Zeitgenosse, ich weiß. Ist aber der Beste.“
„Der Beste was?“
„Der beste Wanderer. Er wandert zwischen den Welten.“
„Das heißt...“
„Genau, das heißt, wir können ihn losschicken. Er bringt uns alle, die wir suchen.“
„Kommt das oft vor?“
„Immer wieder. Ich weiß, der Fuchs wollte dir was anderes weismachen. Das ist aber Unsinn. Junge, unerfahrene Träumer vergessen einfach leicht. Aber ich denke, jetzt ist es in dein Bewusstsein eingedrungen. Du wirst immer wieder herfinden!“
„Gut.“ Ich seufzte erleichtert.
„Wir müssen anfangen!“
Ich sah ihn unsicher an.
„Unterricht!“
Ich nickte verhalten.
„Lektion eins: Die Zeit! Steh auf und komm her, damit du nichts verpasst!“
Ich tat, was Bendor von mir verlangte.
„Die Zeit! Du befindest dich, rein physiologisch gesehen, jetzt gerade im Tiefschlaf. Die Zeit vergeht für dich genauso schnell - oder langsam - wie in der anderen Welt. Das heißt, du schläfst fünf Minuten und verbringst gleichzeitig hier fünf Minuten. Vorteile? Nachteile?“
Bendor sah mich an und erwartete wohl eine Antwort.
„Äh, Vorteile,“ ich überlegte, „also, Vorteile.“ Bendor sah mich an.
„Du brauchst nicht lange überlegen. Es gibt keine Vorteile! Nachteile?“
„Naja, wenn ich aufwache, bin ich hier wieder weg?“
„Richtig. Gut erkannt. Das ist das Problem. Und jetzt überleg mal, ob dir irgendeiner deiner Träume einfällt, bei dem die geträumte Zeit länger dauerte als die reale Zeit, sagen wir mal, ein Traum, dessen Inhalt eigentlich über mehrere Tage geht, bei dem du aber in Wirklichkeit nur kurz geschlafen hast.“
Ich überlegte. „Um ehrlich zu sein, mir fällt kein einziger Traum ein.“
Bendor seufzte. „Auch gut, dann werde ich das dir erklären: Wenn du einschläfst, passiert erstmal gar nichts. Nach einiger Zeit trittst du in die so genannte REM-Phase ein. REM ist eine Abkürzung und heißt ‚Rapid Eye Movement’, das bedeutet also, dass deine Augen...“
Ich gähnte. Bendor unterbrach den Monolog, bevor er ihn richtig begonnen hatte.
„Nun, vielleicht musst du das alles gar nicht wissen. Was für dich wichtig ist, ist folgendes: Als junger Hund träumst du einen großen Teil deiner ganze Schlafzeit hindurch. Wenn du dagegen älter wirst, werden deine Traumphasen immer kürzer. Auch wenn du dann nur wenige Minuten träumst, kann es dir vorkommen, als ob du unendlich viel erlebt hättest. Diese Tatsache kannst du dir nun zunutze machen und die Zeit, die du hier verbringst, um ein Vielfaches der Zeit, die du wirklich träumst, verlängern.“
Das interessierte mich nun doch.
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